Praxiswissen für Radiosender

KI-Transparenz im Radio: klar, hörbar und glaubwürdig.

KI kann Radioprogramme effizienter und lokaler machen. Entscheidend ist, dass Hörer verstehen, wann künstlich erzeugte Inhalte oder Stimmen eingesetzt werden – und dass die redaktionelle Verantwortung beim Sender bleibt.

Stand: 26. Juli 2026. Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 des EU AI Act gelten in den einschlägigen Fällen ab 2. August 2026. Diese Seite bietet Praxisorientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Was Radiosender jetzt unterscheiden sollten

Nicht jeder KI-Einsatz löst automatisch dieselbe Kennzeichnungspflicht aus. Rechtlich besonders relevant sind unter anderem KI-generierte oder manipulierte Inhalte, die als authentisch erscheinen könnten, sowie bestimmte Inhalte von öffentlichem Interesse. Unabhängig von der Mindestpflicht kann ein Sender freiwillig weitergehen und seine KI-Nutzung verständlich offenlegen.

On-Air-Hinweis vor vollautomatisierten KI-BeiträgenEin kurzer Sound-ID oder ein verständlicher Satz direkt vor dem Beitrag schafft den notwendigen Zusammenhang. Nicht irgendwo im Programm, sondern dort, wo der Hörer die Information zuordnen kann.
Synthetische und geklonte Stimmen offen behandelnBesonders wenn eine künstliche Stimme einer realen Person ähnelt, sollte die künstliche Erzeugung klar erkennbar sein. Einverständnisse, Nutzungsrechte und interne Freigaben dokumentieren.
Website-Hinweis zur KI-Nutzung veröffentlichenBeschreiben, bei welchen Inhalten KI eingesetzt wird, welche Kontrollen stattfinden und wer redaktionell verantwortlich bleibt.
Menschliche Verantwortung festlegenKI darf Arbeitsprozesse unterstützen oder automatisieren. Die Verantwortung für journalistische Auswahl, Sorgfalt und Veröffentlichung bleibt beim Anbieter.
Prozesse nachvollziehbar dokumentierenVerwendete Daten, Texte, Audioausgaben, Prüfungen, Freigaben und Korrekturen sollten intern nachvollziehbar bleiben.
Hinweis testen – nicht nur technisch platzierenAudiohinweise werden leicht überhört. Formulierung, Länge, Position und Wiedererkennbarkeit sollten im echten Programm geprüft werden.

Beispiel für einen kurzen On-Air-Hinweis

„Das Wetter – noch genauer mit KI.“

Der Hinweis kann direkt im Intro des Wetterbeitrags eingesetzt werden. Für vollautomatisierte Beiträge kann zusätzlich ein kurzer, wiedererkennbarer KI-Sound-ID verwendet werden.

Beispiel für den Website-Hinweis eines Senders

Offizielle Grundlagen und weiterführende Informationen

Für die konkrete rechtliche Bewertung zählt immer der einzelne Einsatzfall. Diese Primär- und Aufsichtsquellen sollten bei der internen Umsetzung berücksichtigt werden:

Wie Aicoron technisch unterstützt

Der ContentVoiceCreator kann Transparenzhinweise, Sound-IDs, Archive, Text- und Audio-Nachweise sowie Prüfprozesse in den automatisierten Workflow integrieren. Damit wird Transparenz nicht zu einer manuellen Zusatzaufgabe, sondern zu einem planbaren Bestandteil der Produktion.

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